Pulverbeschichtung auf Kunststoff

Beim Pulverbeschichten taucht häufig die Frage nach den geeigneten Untergründen auf. Obwohl metallische Werkstoffe wie Aluminium und Stahl am häufigsten mit Pulverlacken beschichtet werden, ist das Verfahren nicht ausschließlich auf Metalle beschränkt. Neben Holz, Glas oder Keramik lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen auch Kunststoffe mit Pulverlack veredeln. Entscheidend ist dabei, einige material- und prozessspezifische Faktoren zu berücksichtigen.

Welche Kunststoffe können pulverbeschichtet werden?

Ob ein Kunststoff für die Pulverbeschichtung geeignet ist, hängt von mehreren Einflussgrößen ab. Eine pauschale Aussage ist aufgrund der großen Vielfalt an Kunststofftypen nur eingeschränkt möglich. Grundsätzlich sind folgende Kriterien ausschlaggebend:

  • Leitfähigkeit des Materials
    Kunststoffe sind von Natur aus elektrisch isolierend. Ist keine ausreichende Leitfähigkeit gegeben, kann die Haftung des Pulvers beim Auftrag beeinträchtigt werden. In solchen Fällen kommen spezielle Verfahren wie die Heißbeschichtung oder eine leitfähige Vorbehandlung, etwa mit TIGER Static Fluid, zum Einsatz.
     
  • Anforderungen an die Oberfläche
    Optik, Haptik, mechanische Belastbarkeit oder chemische Beständigkeit beeinflussen die Auswahl des geeigneten Pulverlacks und des Beschichtungsverfahrens.
     
  • Temperaturstabilität des Substrats
    Der Kunststoff muss den für die Pulverbeschichtung erforderlichen Temperaturen standhalten. Da die thermische Belastbarkeit jedoch stark vom jeweiligen Kunststofftyp, der Bauteilgeometrie und der vorgesehenen Einbrennbedingung abhängt, ist eine individuelle Bewertung erforderlich. Gerne unterstützen wir Sie bei der technischen Abklärung und prüfen gemeinsam mit Ihnen, ob Ihr Bauteil für die Pulverbeschichtung geeignet ist.

Geeignete Materialien sind unter anderem glas- und kohlefaserverstärkte Kunststoffe, Polyamide sowie das duroplastische TIGITAL® Thermoset Material für den SLS-3D-Druck. Da jedoch Kunststoff nicht gleich Kunststoff ist, sollte jede Anwendung individuell betrachtet und technisch abgeklärt werden.

Powder In-Mould Coating (PIMC)

Verbundwerkstoffe zählen aufgrund ihrer hervorragenden mechanischen und strukturellen Eigenschaften zu den Schlüsselmaterialien zukünftiger Anwendungen. Sie kommen unter anderem in der Luft- und Raumfahrt, im Automobilbau, im Transportwesen sowie in der Energieerzeugung zum Einsatz.

TIGER Coatings bietet hierfür innovative Lösungen zur Beschichtung faserverstärkter Kunststoffe. Ziel ist es, Oberflächen mit hoher Widerstandsfähigkeit, erstklassiger Qualität sowie überzeugender Optik und Haptik zu realisieren.

Beim Powder-in-Mould-Coating (PIMC) wird ein hochreaktiver Pulverlack auf ein vorgeheiztes Presswerkzeug appliziert, wo er unmittelbar zu gelieren beginnt. Anschließend wird das faserverstärkte Kunststoffmaterial eingelegt und verpresst. Das Bauteil kann danach bereits fertig beschichtet entformt werden.

Der einstufige Prozess ist mit allen gängigen Trennmitteln kompatibel und ermöglicht widerstandsfähige Oberflächen in Class-A-Qualität. Typische Probleme wie sogenanntes Telegraphing – Faserabzeichnungen infolge von Temperatur- oder Feuchtigkeitseinflüssen – werden durch das PIMC-Verfahren effektiv vermieden.

Powder-in-Mould-Coating ist mit allen gängigen Technologien zur Herstellung von faserverstärkten Kunststoffen kombinierbar. Es eignet sich für thermo- und duroplastische FVK-Matrixmaterialien, unterschiedliche Faserarten und komplexe Geometrien. Auch Bio Composites auf Basis nachhaltiger Rohstoffe sind mit dem Verfahren kompatibel.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: pimc(at)tiger-coatings.com

 

Anwendungsbereiche für PoP / PIMC

Struktur- und Dekorationsteile für:

  • Automobilbau
  • Flugzeugherstellung
  • Eisenbahnindustrie

Komponenten für:

  • Sport- und Freizeitgeräte (z. B. Fahrradrahmen, Anbauteile)
  • Elektronische Anwendungen
  • Nautische Ausrüstung
  • Windkraftanlagen
  • Solarenergie
     

Sie möchte mehr erfahren?
Das TIGER-Team berät Sie gerne: pop(at)tiger-coatings.com

 

TIGER hat die Lösung

Kunststoffe können grundsätzlich mit allen über 1.600 TIGER Drylac® Lagerprodukten beschichtet werden. Für das Powder-in-Mould-Coating empfehlen wir speziell entwickelte Niedrigtemperatur-Pulverlacke.

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Für Kohlefaserbauteile steht zudem eine maßgeschneiderte Klarlacklösung zur Verfügung, die gezielt auf die Anforderungen der Automobilindustrie abgestimmt ist.

Da die Eignung von Kunststoffen für die Pulverbeschichtung im Vorfeld oft schwer einzuschätzen ist, empfehlen wir eine technische Abklärung im Einzelfall. Im hochmodernen Forschungs- und Entwicklungszentrum von TIGER können unterschiedliche Beschichtungsoptionen direkt auf Ihren Bauteilen getestet werden – für eine Lösung, die exakt zu Ihrer Anwendung passt.

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